Entgasen

Wie lässt sich das Material am wirtschaftlichsten Entgasen?

Luftblasen im Vergussmaterial können je nach Applikationsanforderungen zu Problemen führen. Gelangen sie in den Dosierer, verfälschen sie unter Umständen die dosierte Menge und das Mischungsverhältnis. Die Folge sind unregelmäßige Produktionsergebnisse bis hin zum Ausschuss. Verschiedene technische Lösungen ermöglichen es allerdings, die Bildung von Luftblasen auf ein minimales Maß zu reduzieren. Zum Erhalt eines entgasten Materials ist die Aufbereitung unter Vakuum unabdingbar. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass manche Materialien bei zu starkem Vakuum wichtige Inhaltsstoffe aufgrund ihres Partialdrucks durch Verdampfen verlieren können.

Unterdruck / Vakuum

Ein gängiges Verfahren, um Luftblasen aus dem Material zu entfernen, ist die Vakuumentgasung. Dabei wird das Material zeitweise in Unterdruck (Vakuum) versetzt. Nach dem Gesetz von William Henry ist der Partialdruck eines Gases über einer Flüssigkeit proportional zur Gaskonzentration in der Flüssigkeit. Durch eine Evakuierung auf wenige mbar sinkt der Partialdruck und somit auch die Gaskonzentration im Material. Die gelösten Gase werden anschließend über eine Vakuumpumpe abgeführt.

Temperatur

Eine adäquate Erwärmung kann die Viskosität des Materials senken und somit den Entgasungsprozess beschleunigen. Um eine erneute Inklusion von Luft zu vermeiden, müssen sämtliche Verschraubungen, Materialleitungen, Pumpen und Ventile hermetisch abgedichtet bzw. vakuumdicht ausgeführt sein.

Oberfläche

Eine leistungsfähige Aufbereitungsanlage entfernt neben Luftblasen auch gelöste Gase aus den jeweiligen Vergussmaterialien. Durch eine Vergrößerung der Materialoberfläche, die z. B. mittels Dünnschichtentgasung erreicht werden kann, wird gelöste Luft schneller zur Grenzfläche zwischen Vergussmaterialoberfläche und Vakuum gefördert und der Entgasungseffekt beschleunigt. Eine Oberflächenerneuerung des Vergussmaterials, z.B. durch ein abgestimmtes Rührwerk, treibt zusätzlich die Entgasung voran.