Dosierverfahren

Welches Verfahren eignet sich wofür?

Die Präzision und die Wiederholgenauigkeit sind entscheidend für Dosierprozesse. Folglich ist die Wahl des richtigen Dosierverfahrens unter Berücksichtigung sämtlicher Rahmenbedingungen maßgeblich für die Qualität des Endprodukts verantwortlich. Für Prozesse mit höchsten Qualitätsanforderungen haben sich Kolben- und Zahnraddosierer als volumetrische Dosiersysteme in der Industrie etabliert. Es exisiteren verschiedene Methoden zur Applikation der korrekten Menge an Vergussmaterial.

Dosieren durch Massenbestimmung

Hier wird die Füllmenge mit einer elektronischen Waage verfolgt und gesteuert. Das Gewicht des zu vergießenden Bauteils wird während des Vergussvorgangs kontinuierlich bestimmt. Bei Erreichen des Sollgewichts wird das Auslassventil geschlossen.

Dosieren durch Zeitmessung

Bei diesem Prinzip wird die Menge bei konstantem Förderdruck durch zeitlich festgelegtes Öffnen und Schließen eines Auslassventils gesteuert. Die dosierte Menge ist abhängig vom Druck, vom Querschnitt der Dosiereröffnung und von der Zeit. Dieses System eignet sich nur für 1K-Materialien.

Dosieren durch Volumenbestimmung

Bei diesem Prinzip wird die Materialmenge geometrisch durch den Durchmesser und den Hub eines hohlen Zylinders bestimmt. Die Befüllung des Zylinders mit dem Vergussmaterial erfolgt durch die Zuführung der entsprechenden Materialförderanlage. Der sich im Hohlzylinder befindliche Massekolben wird aufgrund des anstehenden Materialdrucks auftomatisch aufgezogen. Im Gegensatz zu einem aktiven Aufziehen wird hierdurch ein Abreißen des Kolbens von der flüssigen Materialphase und ein folgendes Einschließen von Luft vermieden. Mit diesem System wird auch gleichzeitig das Verhältnis zweier Komponenten (Harz/Härter) zueinander festgelegt. Die Dosierkolben drücken die beiden Komponenten in getrennten Kanälen simultan in Richtung Auslassventil, wo sie sich erst im statischen Mischrohr zu einem homogenen reaktiven Medium vermischen. Folglich gibt es keine Reaktion der beiden Komponenten innerhalb des Dosierers. Bei volumetrischen Lösungen haben sich Kolben-, Zahnrad- und Schneckendosierer bewährt.

Volumetrisch
  • Materialmenge mechanisch bestimmt
  • Be- und Entfüllen von Zylindern
Zeitlich
  • Schließen und Öffnen des Auslassventils zeitlich festgelegt
Gravimetrisch (Masse)
  • Füllmenge mit elektr. Waage verfolgen und steuern
  • Sollgewicht erreicht >> Auslassventil schließt sich