Flüssigdichtungen (FIPG, CIPG)

Nahtloser Schutz für Motor, Getriebe und Co.

In der Dosier- und Vergusstechnik wird der Auftrag von Flüssigdichtungen in Form einer Materialraupe als „Dichten“ bezeichnet. Auf Bauteilen wie Gehäusen oder Steuergeräten aufgebracht, fungieren die aufgebrachten Dichtmaterialien als Barriere vor äußeren Einflüssen und – bei Verwendung von speziellen Klebstoffen – gleichzeitig als Verbindungselement.

Beim Dichten werden hochviskose Dichtmittel in Form einer Raupe auf ein Bauteil aufgebracht. Dieser Auftrag erfolgt meist automatisiert entlang einer bestimmten, vorher festgelegten Vergusskontur. Das Verfahren dient dazu, empfindliche Bauteile oder sensible Elektronik vor Staub, Feuchtigkeit, aggressiven Medien oder temperaturbedingten Einflüssen zu schützen. In der industriellen Produktion werden Flüssigdichtungen häufig als FIPG („formed in-place gasket“) verwendet. Hierbei wird das Bauteil mit der noch nicht vernetzten Flüssigdichtung gefügt und anschließend weiterverarbeitet. Beim sogenannten CIPG-Verfahren („cured in-place gasket“) erfolgt die Weiterverarbeitung dagegen erst nach erfolgter Aushärtung des Dichtmittels.

Flüssigdichtungen: Vorteile und Einsatzgebiete

Flüssigdichtungen kommen häufig in der Lichttechnik, der Elektro- und Elektronikindustrie sowie im Bereich der E-Mobility zum Einsatz. In der Automobilbranche werden sie unter anderem zum Abdichten von Gehäusen, Motoren, Getrieben und Sensoren verwendet. Hier verschiebt sich der Fokus jedoch immer mehr vom klassischen Dichten hin zur Abdichtung mit einer zusätzlichen Klebefunktion.

Die Anzahl an möglichen Anwendungsgebieten in der Industrie nimmt stetig zu. Die Gründe dafür sind vielfältig: Flüssigdichtungen bieten Anwendern eine hohe Flexibilität in der Formgebung der Dichtungsraupe. Zudem besteht – je nach Anlage – auch die Möglichkeit, auf ein anderes Dichtungsmaterial umzusteigen. Im Gegensatz zu Feststoffdichtungen wie gestanzten Pads, O-Ringen oder Dichtschnüren entfallen hier auch die Kosten für die Lagerhaltung sowie der Zeitaufwand für deren Montage. Darüber hinaus ermöglichen innovative Rezepturen bei Flüssigdichtungen unter anderem verbesserte Funktionalitäten wie beispielsweise eine bessere Temperaturbeständigkeit oder eine bessere Verträglichkeit mit Treib- oder Schmierstoffen.

Keine Angst vor komplexen Geometrien

Beim Dosieren von Flüssigdichtungen kommt es insbesondere auf einen präzisen und wiederholgenauen Materialauftrag entlang der vorgesehenen Dichtkontur an. Hierfür hat Scheugenpflug verschiedene CNC-fähige Dosier- und Vergusszellen im Programm, die sich flexibel an bestehende Produktionsumgebungen anpassen lassen.

  • Bei der CNCell handelt es sich um eine leistungsstarke Multifunktionszelle, die speziell für mittlere bis große Stückzahlen konzipiert wurde. Dank der konsequenten Standardisierung der zugrundeliegenden Module kann diese Dosierzelle in ihren Funktionen, Dimensionen und Anwendungsbereichen flexibel an die Bedürfnisse der Anwender angepasst werden.
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  • Die LeanCNCell ist optimal auf das Dosieren und Vergießen im Klein- und Mittelserienbereich zugeschnitten. Sie verbindet alle Vorteile einer CNC-Anlage inklusive einer hochgenauen Achsensteuerung mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
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  • Die Scheugenpflug Prozessmodule sind speziell auf die Anforderungen von Integratoren und Automatisierern zugeschnitten. Per „Plug & Produce“ lassen sie sich schnell und sicher in neue oder bestehende Produktionszellen bzw. Fertigungslinien integrieren. Sie sind so konstruiert, dass – unabhängig vom Rest der Maschine – alle klebe- und vergussrelevanten Parameter und Prozesse optimal aufeinander abgestimmt sind und die Generalunternehmer sich somit auf ihre eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren können.
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  • Ideal geeignet für Dichtanwendungen sind die Zahnraddosiersysteme von Scheugenpflug, die für einen präzisen, kontinuierlichen Materialauftrag in Form einer Vergussraupe optimiert wurden. Die Dos GP-Systeme arbeiten auch bei komplexen Bauteilgeometrien schnell und exakt und können bei Bedarf zusätzlich mit einer speziellen Schwenknadel ausgestattet werden.
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TIPP: Eine gute Haftung auf dem entsprechenden Substrat ist Voraussetzung für die Langlebigkeit und zuverlässige Funktion der aufgebrachten Flüssigdichtung. Ein Verlust der Materialhaftung hätte das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit ins Bauteil zur Folge. Mit geeigneten Plasmaprozessen vor dem Dichtmittelauftrag kann einer Enthaftung effektiv vorgebeugt werden.

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